Zum Film "Surprise – Karriere für Randfiguren":

Surprise Nr. 160, 14.-27. Sept. 2007 (Auszug)

...Roland Achinis Film „Surprise – Karriere für Randfiguren“ zeigt auf behutsame Art und Weise, wer sich hinter den Menschen verbirgt, die tagtäglich auf der Strasse stehen und mal freundlich, charmant, mal still und zurückhaltend ihrem Job nachgehen: Surprise verkaufen...
Als Roland Achini vor zwei Jahren das Buch „Randsteinstorys“ von Simone Burgherr (Porträts von Surprise-Verkaufenden) in die Hände kriegte war für ihn klar, dass er diesen Menschen, die sonst in der Öffentlichkeit kaum was zu sagen haben, eine Stimme, ein Gesicht geben wollte. Ein paar Monate lang begleitete Achini Surprise-Verkaufende. Die Auswahl hat er bewusst getroffen: „Mir war es wichtig zu zeigen, dass alle Surprise verkaufen können. Egal, ob schwarz oder weiss, Junkie oder Sozialhilfebezüger.“ Stundenlang stand Achini mit seiner Kamera neben den Verkaufenden und konnte so gleichzeitig das Verhalten der Passagiere beobachten: „Ich fand es erschütternd zu sehen, dass sehr viele Menschen sich von den Verkäufern abwenden. Es ist nicht so schlimm, wenn jemand das Magazin nicht kauft, dem Verkäufer aber immerhin ein Lächeln, oder ein Minimum an Aufmerksamkeit schenkt. Aber Verachtung hat keiner verdient. Ich bewundere all die Verkaufenden, die dieser schwierigen, exponierten Stellung standhalten.“
Mit seinem selbst finanzierten Dokumentarfilm möchte Achini vor allem erreichen, dass man die Vorurteile über das Strassenmagazin und seine Verkaufenden ausräumen kann. „Auch ich dachte lange, dies seien Bettler. All jene, die den Verkaufenden Geld zustecken und das Magazin nicht mitnehmen, gehen offensichtlich von der gleichen Annahme aus“, ist sich der Filmemacher sicher. Seine Arbeit, so hofft er, soll zeigen, dass Surprise-Verkäufer einer harten Arbeit nachgehen. – Melanie Imhof

Basler Zeitung, 19.09.2007 (Auszug)

«Surprise!» Ein Ruf, den jeder kennt. Ob im Bahnhof, am Marktplatz oder am Spalenberg, an den Strassenmagazin-Verkäufern führt kein Weg vorbei. Früher hat Roland Achini ihnen nur selten ein Heft abgekauft, gibt er zu. «Ich dachte manchmal sogar, es seien Bettler», erzählt er heute etwas beschämt. «Dabei ist dies genau die falsche Ansicht», fügt er an und weiss inzwischen, dass man ihnen auch nicht einfach Geld geben soll, weil man sonst genau dieses Bild weitertransportiert. Seit er seinen Film über die «Surprise»-Verkäufer gedreht hat, kramt er deshalb öfter einen Fünfliber aus der Tasche und tauscht diesen gegen ein Heft ein.
Achini dreht am liebsten Dokumentarfilme. «Ich habe ein generelles Interesse an den Menschen», sagt der Autodidakt über seine Motivation. «Und ich möchte unter ihnen denjenigen eine Stimme geben, die sonst kaum gehört werden.» Auf die Idee zum Film über die «Surprise»-Verkäufer kam er, als ihm das Buch «Randstein Storys» von Simone Burgherr in die Hände fiel. Zuerst arbeitete er noch gemeinsam mit der Autorin an der Filmidee, machte aber bald alleine weiter....
Die «Surprise»-Verkäufer haben Achini vor allem mit ihrem Mut beeindruckt. «Man braucht schon eine Portion davon, um sich jeden Tag auf die Strasse zu stellen und sich von manchen Passanten penetrant nicht beachten zu lassen», findet er. Er habe sogar selber mal ausprobieren wollen, wie das so ist, habe den Mut dafür aber doch nicht aufgebracht. «Ausserdem hätte ich mich auch komisch gefühlt den anderen Verkäufern gegenüber, die das ja nicht aus Spass machen. Ich hätte ja nur etwas vorgetäuscht, was ich nicht bin», sagt Achini heute. – Karin Gerig

Basellandschaftliche Zeitung, 21.09.2007 (Auszug)

Filmemacher Roland Achini zeigt sein neuestes Herzensprojekt „Surprise – Karriere für Randfiguren“ am Samstag um 11 Uhr im Stadtkino Basel.

Was faszinierte sie an der Thematik?
Achini: Ich realisiere seit den Achtziger Jahren sozial-engagierte Dokumentarfilme.... Dabei ging es nicht bloss darum, den harten Alltag von sozial ausgeschlossenen Menschen zu zeigen, sondern auch leichtere Momente haben Platz. Ich fand es faszinierend zu sehen, wie verschieden die einzelnen Verkäufer sind.

Und wie haben die Surprise-Verkäufer auf sie reagiert?
Achini: ... Ich suchte das Gespräch und nach und nach fanden sich neun Menschen, die mir gestatteten, sie zu porträtieren. So entstand eine erstaunliche Vielfalt an Lebensgeschichten. Der gewährte Einblick soll zeigen, was für unterschiedliche Individuen hinter den Surprise-Verkäufern stecken. Jeder hat andere Sorgen und Probleme. Aber der Film soll auch zeigen, dass es auch schöne Momente gibt.

Welches waren die eindrücklichsten Momente, die sie mit den Porträtierten erlebt haben?
Achini: Ich habe die Menschen nicht bloss mit der Kamera begleitet, sondern auch lange Gespräche geführt. Dabei entstanden einige sehr private und emotionelle Momente. So zum Beispiel Katrin Muntwyler, die sehr offen über ihre schwierige Vergangenheit sprach und mich mit ihrer Geschichte sehr rührte. Oder auch Peter Gamma, der seit Beginn von Surprise vor zehn Jahren Verkäufer ist. Lange Zeit zögerte er, sich auf mich einzulassen, besonders die Interview-Situation schien ihm unangenehm zu sein. Doch dann lud er mich in seine Stammbeiz ein. Dort fühlte er sich wohl und erzählte ausführlich von seinem Leben. Das war ein sehr schönes Erlebnis. - Michael Nittnaus

Zum Film "J'ai pas besoin beaucoup pour être heureux":

Live-Interview mit Teilausstrahlung des Films im Ukrainischen Fernsehen TV 1+1 anlässlich der 1st Ukrainian International Documentary Film Festival "Kontakt", Kiev, 28. April 2005.

Basler Videofilmtage 2004

Aus diesem Grund habe ich auch den 'Prix de tolerance' für jenen Film ins Leben gerufen, welcher die Botschaft "Toleranz" am Eindringlichsten transportiert". Besagter Spezialpreis ging an Roland Achini für seinen Film "J'ai pas besoin beaucoup pour être heureux" und somit an ein unbestrittenes Highlight des Festivals. Die Tiefe des Films, die unaufdringliche und behutsame Art des Portraits eines jungen Mannes aus der Ukraine - zuerst in der Schweiz und dann in seiner Heimat - hat beeindruckt. Er hat es geschafft in gleiche Dimensionen vorzustossen, wie man es sich zum Beispiel von einem Paul Riniker gewohnt ist. – Roland Voser

Aargauer-Zeitung, 28. Januar 2004

Achini war mit seiner Kamera freilich nicht nur auf der Simmentaler Alp präsent, sondern hat Volodia auch auf dem Rückweg in die Ukraine begleitet.... Gewährt uns Achini da auch Einblick in einen ukrainischen Familienbetrieb, der (noch) nicht ohne landwirtschaftlichen Nebenerwerb funktioniert, fokussiert er doch immer auf den vor einem neuen Lebensabschnitt stehenden Volodia und seine Einsichten, die eine wohltuende Bescheidenheit erkennen lassen. – Roland Erne

Zu den Filmen "Violins And Other Friends" und "Xuexi Hanyu":

Live-Interview "Roland Achini, Filmemacher” mit Teilausstrahlung des Films "Violins And Other Friends" in der Sendung „Tele Bar“ von TeleBasel vom 7. Mai 2001.

Basler Zeitung,  3. Januar 2001, Seite 32 „Kultur aktuell“

"Mir gefallen Dinge, die ganz anders funktionieren“. Zwei bemerkenswerte No-Budget-Filme des Therwiler Filmemachers Roland Achini. Mit seinen beiden Videoproduktionen beweist Achini, dass mit den technischen Möglichkeiten dieses Mediums heute auch mit wenig Geld Produktionen entstehen können, die sich kaum von professionellen Fernsehproduktionen unterscheiden. Voraussetzung ist allerdings, dass man wie Achini ein Gespür für einen geeigneten Stoff und genügend Erfahrung mitbringt, um diesen auch adäquat in Bilder fassen zu können. Ausser durch ihre charakteristische Handschrift überzeugen Achinis Filme vor allem durch eine kluge Beschränkung auf das, was für einen Einzelkämpfer wie ihn möglich ist. - Peter Wittwer

Medienunterricht:

"Filmemacher in Schulen: Roland Achini" (1992)
4 Workshops mit Filmvorführungen an Gymnasien, im Auftrag der Erziehungs- und Kulturdirektion des Kantons Basel-Landschaft.